Ein interessanter Arzttermin liegt hinter mir. Mal wieder ein Orthopäde. Diese Sorte Ärzte liebe ich besonders, denn in meinem früheren Leben als Bandscheibenvorfallgeplagte hatte ich sehr oft das meist zweifelhafte Vergnügen.
Diesmal habe ich etwas Einfaches, Banales. Das aber dafür schon seit über einem Jahr: Ich kann meine rechte Hand nicht zum Aufstützen benutzen, da ich sonst vor Schmerzen herumjaule wie Heintje (Mamaaaaaa!). Ich war zuerst bei einem Wald- und Wiesenorthopäden, weil ich ja dachte "das kann doch nicht so schwer sein". Der quetschte ein wenig auf meiner Hand herum und wetzte seine Cortison-Spritze, um sie mir dann lächelnd in meinen Handwurzelknochen zu jagen. Ich sackte um und verbrachte erstmal eine Stunde mit Kreislaufproblemen auf seiner Liege. Aber: Die Schmerzen waren weg. Juchhuu!
Nach einer Woche waren sie wieder da. juchhuu ![]()
Also doch lieber zum Spezialisten: einen Handchirurgen. Dieser ließ sich rein theoretisch schildern, was denn mein Problem sei und meinte dann, er müsse erst alles "ausschließen". (Manchmal denke ich, Ärzte von heute fassen ihre Patienten am liebsten auf keinen Fall an - sie könnten ja etwas Ansteckendes haben!).
Also MRT. Nach vielen Wochen bekam ich dann sogar einen Termin und legte mich in die Röhre Nach zwei weiteren Wochen erhielt ich dann auch den Befund. Dieser diagnostizierte ganz klar eine Entzündung im Handgelenk, lieferte aber (leider) keine für einen Orthopäden leicht verständliche Funktionsstörung à la "musst du Knochen hier reparieren und da vernageln". Der Herr Handchirurg wimmelte mich daher prompt zu einem Rheumatologen ab mit dem Hinweis, es müsse Rheuma oder Gicht sein. Dann verschrieb er mir noch Einlagen und widmete sich dann den wartenden goldbehängten Wilmersdorfer Privatversicherten. ![]()
Auf einen Termin beim Rheumatologen muss man lange warten. Im Mai erhielt ich einen Terminvorschlag für September, den ich dankend ablehnte. Stattdessen nahm ich in einer anderen Praxis einen "frühen" Termin im Juli an. Immerhin nur zwei Monate Wartezeit.
Der Termin kam, die Rheumatologin sah (nicht meine Hand, sondern die MRT-Diagnose) und erkannte messerscharf: "also Rheuma kann das nicht sein!" Aha. Sie schlug noch vor, ich möge doch mal einen Handchirurgen aufsuchen, um das abzuklären. Auf meinen Protest hin schickte sie mich zum EMG (Elektromyografie), um eine Nervenschädigung auszuschließen. Wieder wartete ich wochenlang auf einen Termin, der dann 5 Minuten dauerte und mir dann bescheinigte, dass alles Bestens sei. Die Ärztin wollte mir wohl gute Laune machen und sagte beim Rausgehen "ach, da setzt man ein paar Cortison-Spritzen und gut is."
So vergingen die Wochen und Monate und niemand behandelte meine Hand. Ich kam nicht mehr aus der Badewanne und auch nicht aus dem Kanu beim Paddelurlaub, hatte aber inzwischen gelernt, mich mit meiner Behinderung abzufinden. (Wer muss andauernd baden? Wozu aus Booten aussteigen - sollen mir die anderen doch Essen hereinwerfen...).
Mit diesem weiteren Befund wanderte ich wieder zurück zur Rheumatologin, die daraufhin 6 mal Krankengymnastik verschrieb und dazu murmelte "na, ob das hilft? aber versuchen kann man's ja mal."
Nach 5 mal Krankengymnastik und diversen hilflosen Therapieversuchen (immer schön kräftigen, die Hand ist durch die Nichtnutzung ganz geschwächt.... schonen Sie die Hand, man soll auch nicht übertreiben....gehen Sie doch mal zu einem Handspezialisten! usw.) diskutierte ich mich bei der Sprechstundenhilfe zum Maestro der Orthopädie hindurch und bekam somit heute einen Termin bei IHM.
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